
Breaking Bad
Wer hier auf CouchCastle mitliest, wird sicher bemerkt haben, dass sich meine Film-Tipps eher in Grenzen halten. Wer mich persönlich gut kennt weiß, dass ich Serien niemals mit Werbeunterbrechung und meist am Stück schaue. Oft warte ich auf den DVD-Release... und bei Breaking Bad habe ich schließlich glatt vier Staffeln am Stück nachgeholt und kaum etwas anderes geschaut. Und immer wieder stoße ich auf Menschen, die der Serie noch keine Chance gegeben haben, deshalb gibt's einen kleinen Einblick, auch wenn sie schon etwas älter ist.
Der Mann, der nichts mehr zu verlieren hat
In "Breaking Bad" erlebt der Zuschauer die mitreißende Geschichte von Walter White, einen überqualifizierte Chemie-Lehrer, bei dem Lungenkrebs diagnostiziert wird. Er ist also dabei, seine schwangere Frau und seinen behinderten Sohn alleine zu lassen und hat kaum Geld, welches er seiner Familie hinterlassen kann. Über einen Zufall kommt er mit seinem alten Schüler Jesse Pinkman in Kontakt, einem halbstarken Junkie. Zusammen schmieden sie den unmoralischen Plan, mit der Droge "Crystal Meth" in kurzer Zeit viel Geld zu verdienen. Doch das Leben als Drogen-Lieferanten ist nicht leicht, denn der Kontakt zu gefährlichen Kriminellen scheint unausweichlich.Von der ersten bis hin zur vierten Staffel taucht die Serie immer weiter in die Tiefen des unmoralischen Wegs eines Drogen-Herstellers und Walters Figur entwickelt sich stets weiter und bringt immer mehr Schattenseiten des anscheinend schnell verdienten Geldes hervor. Spätestens, wenn das, was ihm am liebsten ist vor ihm flüchtet und in Gefahr ist, zeigt sich dem Meister-Koch, was für einen Preis seine Entscheidung hatte.
Mehr als nur ein Katz und Maus-Spiel
Die Hauptfaszination der Serie liegt darin, dass man das Gefühl bekommt, einen stundenlangen Film zu schauen. Hochwertig produziert und voller spannender Momente süchtelt und fiebert man als Zuschauer dem Ende entgegen und wird immer wieder von gefährlichen Situationen gefangen, aus denen die Protagonisten entkommen müssen. Was unbestreitbar heraussticht, sind die vielschichtigen Charaktere, welche dermaßen von irgendwelchen Klischees und eindimensionalen Figuren aus dem TV abweichen, dass sie nicht nur glaubwürdig, sondern fast schon real wirken. Gut oder böse reichen hier nicht aus, viel mehr wirken Reaktionen und Verhalten absolut menschlich.Nur wenige Kritikpunkte habe ich für die Serie übrig... dem einen oder anderen mögen ein paar Längen zu viel sein, andere könnten das Gefühl bekommen, dass einige Situationen zu künstlich ins Extreme getrieben werden. Doch am Ende machen es witzige Momente, unglaublich clever gestrickte Handlungsverläufe und die ständig an den Zuschauer gestellten Fragen, wie man selber entschieden hätte, alles wieder wett.