
His Statue Falls - Mistaken for Trophies
Vor knapp 2 Jahren habe ich mich verliebt. Nicht in eine Frau. So etwas irdisches hatte es mir nicht angetan. Nein, viel mehr war es der Sound der Elektrocore-Band "His Statue Falls". Diese veröffentlichten 2010 ihr erstes Studioalbum, dass auf den Namen "Collisions" getauft wurde. "Collisions" war frisch, konnte durch harten und melodischen Gesang überzeugen, war headbang- und tanzbar und hatte viele eingägige, elektronische Einflüsse, die sofort Ohrwürmer vom Feinsten in meinen Kopf pflanzten. Im selben Jahr, zu Weihnachten, durfte ich dann in Hamburg die damals noch fünf saarbrückener Mitglieder der Band auf dem "Darkness over X-Mas" erleben. Dort traten sie mit Bands wie "We butter the bread with butter", "Naera" und "Callejon" auf. Es überraschte mich nicht übermäßig, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine dastand. "His Statue Falls" wurde bejubelt, die Menge moshte, groovte und sang als gäbe es keinen Morgen mehr. Das Ende des Jahres 2010 wurde um ein unglaubliches Konzert bereichert und ich wartete bereits ungeduldig auf das nächste Album. Etwas über ein Jahr musste ich warten, doch...
Wiedersehen macht Freude!
Im Frühjahr 2012 meldeten sich "His Statue Falls", nach etlichen gespielten Konzerten, mit ihrem Video zu dem Song "Breathe in, Breathe Out" bei ihren Fans wieder. Bereits bei den ersten Takten des Songs war eine Veränderung zu hören. Die Gesangspassagen waren nun härter. Der Elektro-Anteil wurde etwas mehr in den Hintergrund gestellt. Der Sound wurde düsterer. Doch "His Statue Falls" waren noch immer dieselben, dass bemerkte man spätestens bei dem Refrain, der wieder einen gepfefferten Ohrwurm generierte. So darf man sich das Album auch vorstellen, doch während bei "Collisions" noch die Elektronischenklänge die Songs dominierten, sind es nun die Stimmen von Frontmann Alex Sauer und Zweitstimme Dennis Fries und das kann sich wirklich hören lassen! Metal-typisch hat man harte Growls und brutale Shouts, diese wechseln sich immer wieder mit perfekt abgestimmten Soften-clean-Gesang ab, was dem Ganzen eine noch viel melodischere Tiefe verleiht.
Von Nackenschmerz bis Gänsehaut
"Mistaken for Trophies" hört sich an wie eine Gefühlsachterbahn, die einen bereits ab dem ersten Takts des titelgebenden Songs "Mistaken for Trophies" mitreißt. Mit brachialem Tempo und mindestens genauso viel Energie präsentieren sich Songs wie "My Way/ My Rules / My Profit" oder "The Missing Piece of No One", als echte Headbang-Garanten. Unbarmherzig wird einem eine Welle nach der nächsten entgegengeschmettert. Eine Welle von Gefühlen. Während man bei dem ersten Album "Collisions" noch von unbeschwertem, partyfähigem Elektrocore sprechen konnte, wird einem hier eine Platte voll verarbeiteter Gefühle, wie Enttäuschung, Trauer und Verlust, präsentiert. Songs wie "Here.After", "Miles" und "Increase: Decrease" verstehen es, dies auszudürcken, dabei aber nicht aufdringlich aufgesetzt oder theatralisch zu wirken. Und als wenn das nicht alles bereits gut genug wäre, setzt "His Statue Falls" noch einen obendrauf. Mit dem, von mir liebevoll als Elektroballade betitelten Song "Releases" hat die Band hier noch einen richtigen Gänsehaut-Song auf das Album gepresst, der wohl noch so manches Schlafzimmer beschallen wird.
Hörprobe
Das Album "Mistaken for Trophies" der Band "His Statue Falls" ist ab dem 20. April 2012 im Handel erhältlich. Für Fans des digitalen Musikvergnügens gibt es die neue Platte als Download bei I-Tunes oder amazon.de für günstige 10 Euro!
Fazit
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Redfield Records für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.