
Die Reise des chinesischen Trommlers (2007)
Sid (Jaycee Chan) ist selbstverliebt, egoistisch und großspurig – kurz, ein verzogener Bursche und pädagogisches Opfer turbulenter Familienverhältnisse: Sein Vater (Tony Leung Ka-Fai) ist ein skrupelloser Gangsterboss, seine Mutter in früher Kindheit davongelaufen, weil sie es nicht länger mit ihrem Ehemann aushielt. Es grenzt schon beinahe an ein Wunder, dass der junge Hobbyschlagzeuger nicht schon längst in ernste Schwierigkeiten gelangte. Schließlich nahm das Drama aber seinen längst überfälligen Anfang, als Stephen Ma, „Geschäftspartner“ von Sids Vater und ein noch größerer Fisch in Hong-Kongs Unterwelt, Sid in seiner Badewanne erwischt, zusammen mit Stephens Freundin. Stephen ist kein Unmensch. Er verlangt nicht gleich nach dem Leben des jungen Draufgängers, nein, ihm reichen schon die beiden Hände. Sids Vater schickt seinen Sohn in die Sicherheit der ländlichen Idylle Taiwans und liefert Stephen Ma die Hände eines anderen. In Taiwan angekommen, plagt Sid die Langeweile, Tag ein, Tag aus, bis er eines Morgens die Klänge chinesischer Trommeln aus den Bergen hallen hört und von ihnen unweigerlich angezogen wird.
In der Ruhe liegt Kung Fu
Wie sagte Meister Ip (Ip Man) einst? Nicht nur im Kampf liegt Kung Fu, sondern in jeder Tätigkeit, die mit viel Hingabe zur geistigen Reife führt. Recht hat er und es ist ein langer Prozess, den Sid bei den chinesischen Trommlern durchlebt. Eh er das Trommeln lernt, soll er lernen, nicht zu trommeln, denn sein Talent könnte ihn überheblich machen, von seinem eigentlichen Ziel nur entfernen - in Einklang mit sich selbst und der Umwelt zu gelangen. Jeder der Trommler hat eine bestimmte Aufgabe zu verrichten, für Sid heißt es nun, Steine zu schleppen. Eine scheinbar sinnlose Aufgabe, eine von vielen Hürden, über die er stolpert und bei seinen Mitmenschen aneckt.Wie der Vater, nicht der Sohn
Sämtliche Darsteller spielen ihre Rollen durch die Bank überzeugend, aber insbesondere der Sohn von Kung-Fu-Legende Jackie Chan, der seinem Vater äußerlich sehr ähnelt, hat mich überrascht: Er versucht erst gar nicht, in die MartialArts-Fußstapfen seines Vaters zu treten und macht sein eigenes Ding. Alle Achtung! Ich hoffe, dass wir weitere Werke dieser Art mit ihm sehen werden.Fazit
Wertung: 10
PS: Wann können wir mit den amerikanischen Trommlern rechnen?




